Das Kinderbildungsgesetz hat zu einer prekären Situation für Berufspraktikantinnen geführt:

Sonderprogramm zur Finanzierung zusätzlicher Plätze sind erforderlich!

Mit der Online-Befragung sollte ein aktuelles Bild zur Situation der Studierenden erhoben werden, die ab 1.8.2008 eigentlich den 2. Teil der Ausbildung zum staatlich anerkannten Erzieher beginnen wollten. 4.000 junge Menschen sind betroffen.

Während in den vergangenen Jahren spätestens Ende März die Stellen gesichert waren und sich die Studierenden nur noch auf die Abschlussprüfungen vorbereiten mussten, wurde aus Rückmeldungen deutlich, dass zur Zeit viele Studierende keine Stelle auf der Grundlage des „Tarifvertrags für Praktikanten im Sozialwesen„ haben oder ihnen ein Berufspraktikum ohne Vergütung angeboten wurden.

Träger äußerten, dass sie unsicher sind, ob sie aufgrund der veränderten Finanzierung überhaupt noch Berufspraktikanten zusätzlich einsetzen können.

Eine solche Situation würde junge Menschen hindern, den Ausbildungsgang mit der staatlichen Anerkennung abzuschließen oder sie müssten sich auf Vergütungsbedingungen einlassen, durch die sie ihren Lebensunterhalt nicht ausreichend sichern könnten.

Um einen verlässlicheren Blick auf die tatsächliche Lage zu erhalten, wurde erstmals mit dem Mittel der Online-Befragung eine Erhebung in der Zeit vom 1. bis 20.4.2008 durchgeführt. Diese Initiative wurde von landesweit tätigen Organisationen, die sich im Forum Förderung von Kindern zusammengeschlossen haben, und der Landesarbeitsgemeinschaft der Ausbildungsstätten getragen. Sie richtete sich an Studierende, Schulen und die Träger von Tageseinrichtungen.

Auf der Grundlage der Ergebnisse sollte auf die deutlich werdende Problemlage aufmerksam gemacht und evtl. Maßnahmen gefordert werden.

Es erfolgten rd. 250 Rückmeldungen, wobei sich etwa 20 % aller Schulen beteiligten. (in der gesonderten LAG Befragung 51 % der öffentlichen Schulen). Diese relativ breite Beteiligung der Schulen bestätigt die Aussagen aus dem Bereich der Träger und Studierenden, zumal sich vor allem Trä-ger kleinerer Einrichtungen und Elterninitiativen äußerten.

Die große Beteiligung von „kleinen Einrichtungen mit einer oder zwei Gruppen, macht deutlich, dass die Problematik vor allem in diesem Einrichtungsbereich besonders gravierend ist.

Einzelergebnisse

Gesamtergebnis

Zentrale Forderungen

Durch das KiBiz mit seinen unzulänglichen Finanzierungsmodalitäten erhalten Träger, vor allem kleine Einrichtungen, keine ausreichende finanzielle Ausstattung, um einer Be-rufspraktikantin eine Stelle in ihrer Einrichtung anzubieten, damit diese ihre Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin/Erzieher beenden können.
Grundsätzlich unverständlich ist es, dass in NRW die Sicherstellung der staatlich gere-gelten Ausbildung von Bezuschussungsregelungen und den finanziellen Möglichkeiten eines Trägers einer Tageseinrichtung abhängig gemacht wird. In anderen Bundesländern wird dieser Ausbildungsteil voll finanziert.

Berufspraktikanten sollten in dieser Phase der Ausbildung auch zusätzlich eingesetzt werden können und nicht auf Ergänzungs- oder sogar Fachkraftstellen verwiesen und damit als „billige„ Arbeitskräfte eingesetzt werden. Reguläre Arbeitsplätze sollten damit nicht für den Berufsnachwuchs „vernichtet" werden.

Das Land muss das Finanzierungssystem des KiBiz jetzt zumindest durch ein Sonderprogramm ergänzen, lautet die Minimalforderung aus der deutlich gewordenen prekären Situation in NRW.


Pressemitteilung und Zusammenfassung der Ergebnisse zum download.
080424berufspraktikatenerhebauswertung24.4.200.pdf [204 KB]